Erzieherische Einblicke beim Auslandspraktikum

25.06.2018

Schüler des Berufsbildungszentrums Plön nahmen an EU-Projekt teil.

Preetz. Wintersport im Kindergarten, Leistungsdruck in der Schule und Bewertungssysteme wie bei Harry Potter: 16 angehende Erzieher vom regionalen Berufsbildungszentrum (BBZ) Plön und des Lensahner Standorts der Berufsschule Oldenburg absolvierten ein zehnwöchiges Auslandspraktikum.

Das zweijährige Erasmus+-Projekt „EU for you“ wird bis 2019 von der EU mit rund 160 000 Euro gefördert. Ziele dieses Projektes seien neben der Vertiefung der Fremdsprache und der kulturellen Kompetenz das Überwinden von Vorurteilen und der Vergleich unterschiedlicher Ausbildungssysteme, erklärt die stellvertretende Schulleiterin des BBZs Ulrike Osterloh-Riettiens auf dem Teilnehmertreffen im Schloss Bredeneek.

Juana Großkreutz betreute in einem Kindergarten in Estland Kinder im Alter zwischen einem und sieben Jahren. „Es wird sehr viel Wert auf Bildung gelegt. Schon im Kindergartenalter wird Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt.“ Die Lehrer würden sich jedoch an den Interessen der Kinder orientieren, wirft Fabian Loßner ein, alles sei sehr spielerisch. Vor allem das Schlitten- und Skifahren sowie Schlittschuhlaufen bei zweistelligen Minustemperaturen habe ihn beeindruckt.

Österreich sei vorbildlich in der Hortbetreuung, berichtet Lukas Kaldewey. Partizipation sei ein großes Thema. „In kleinen Gruppen wird auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen, von Hausaufgabenbetreuung bis zu Freizeitangeboten“, erzählt Alina Frisch. Mitsprache in einem Kinderparlament und Qualitätsmanagement für Fachkräfte seien selbstverständlich.

Lea-Sophie Hecke arbeitete in einer Förderschule für schwerst-mehrfach beeinträchtigte Jugendliche im Alter von elf bis 19 Jahren in London. „Ich habe mich um einen Epileptiker gekümmert und seine Anfälle dokumentiert. Wenn er weinte, durfte ich ihn nicht in den Arm nehmen. Es hieß: „Beruhige dich, gehe zur Toilette und komme wieder, wenn es dir besser geht“. Das sei schockierend gewesen. Jeden Freitag wurden die Kinder auf einer Versammlung für ihr Verhalten bewertet, erinnert sich Lotta Dahl. „Für schlechte Laune gab es Minuspunkte.“

Ein Bewertungssystem wie bei Harry Potter lernte Jennifer Hansson in einer englischen Regelschule kennen. „Die Schüler mussten sogenannte Housepoints sammeln für Hausaufgaben oder Tafel wischen. Der Leistungsdruck ist enorm.“ Die Auslandserfahrung hat alle Praktikanten in ihrem Berufsziel bestärkt: „Und wir wissen nun, wie wir es nicht machen wollen.“ hop